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Willkommen Aktuelles Werteintegriertes Training: „Den Menschen als Ganzes sehen“
Werteintegriertes Training: „Den Menschen als Ganzes sehen“ PDF Print E-mail

 

„Im Fußball wird der Mensch in den seltensten Fällen als Ganzes gesehen“. So beschreibt der Profifußballtrainer und engagierte Christ Colin Bell die im Amateur- wie auch im Profibereich vorherrschende Situation bei der Spielerausbildung. Und Colin Bell weiß, wovon er spricht. Seit seinem 16. Lebensjahr ist der heute 51-jährige im Profifußballgeschäft tätig, darunter seit fast 25 Jahren als Trainer. Zuerst bei der TUS Koblenz, als Co-Trainer beim 1. FC Köln, bei Dynamo Dresden, Waldhof Mannheim, FSV Mainz und erneut bei der TUS Koblenz, von der er nach einer kurzen Pause 2011 in die Damen-Fußball-Bundesliga wechselte. Zunächst als Trainer beim SC 07 Neuenahr, wo er die „Mädels“ vom letzten auf den siebten Tabellenplatz nach vorne brachte. Am 6. Juni 2013 unterschrieb er einen Vertrag beim Tabellenzweiten 1. FFC Frankfurt, wo er in der nächsten Spielsaison den Sprung an die Tabellenspitze wagen möchte. In seinem zukünftigen Kader trainiert ein Großteil der amtierenden Damen-Fußball-Nationalmannschaft.

 

 

Was ist das Geheimnis für seinen Erfolg? „Das Training des Körpers ist wichtig, genauso wie das Training der Psyche. Aber es wird sehr oft vergessen, dass der Mensch auch einen Geist hat.“ Und damit meint Colin Bell nicht einen imaginären Geist aus „tausendundeiner Nacht“, sondern etwas sehr Greifbares. Denn „Geist“ ist all das, was den Menschen ausmacht, was ihm Identität, Sinn und Charakter gibt. Und dabei entstehen durchaus gewollte Schnittmengen mit dem psychischen und dem körperlichen Bereich. Denn der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Psyche und Geist. Aus diesem Grund nimmt sich Colin nach dem Fußball sehr viel Zeit für seine Schützlinge. Und baut Werte gekonnt in die einzelnen Trainingseinheiten mit ein.



Bei der Trainerschulung am 14. Juni bei der SG Quelle Fürth, an der zahlreiche Trainer aus den umliegenden Vereinen und auch aus dem Freizeitfußballbereich teilnahmen, machte er dies an einigen Beispielen deutlich. „Ihr müsst den Ball schützen!“ ruft er den Nachwuchsspielern zu. Und erklärt den Jungs nach einem ersten Übungsdurchlauf, sie sollen diese Situation in ihr Leben übertragen und sich vorstellen, dass sie – so wie sie die kleine Schwester auf der Straße beschützen – auch den Ball verteidigen sollen. Mit dem Effekt, dass die Jungs sich viel mehr ins Zeug legen und den Ball noch besser abschirmen. Genauso beim Passspiel. Die Pässe kommen z.T. ungenau und scharf. „Schlechter Service“, kommentiert Colin, und fordert die Spieler auf, sich beim Abgeben des Balles den besten Freund vorzustellen, dem man mit einem guten Ball eine Torchance geben will. „Das ist jetzt ein guter Service“, ruft er aus, als sich das Passspiel verbessert. Genauso beim Elfmeter. „Such Dir eine Torseite aus, wo Du den Ball hin schießen willst. Entscheide Dich, und steh‘ zu der Entscheidung.“ Colin stellt sogleich auch wieder den Bezug zum realen Leben her und fordert seine Spieler auf, auch im realen Leben Entscheidungen zu treffen und dazu zu stehen. Er möchte als Trainer seinen Schützlingen dabei helfen, ihren Weg im Leben zu finden und die richtigen Entscheidungen zu treffen. So ist es kein Zufall, dass Jahre später Spieler bei ihm anrufen und ihn um Rat in einer wichtigen Entscheidung fragen. Denn sie haben Vertrauen zu ihm.
Wie baut man Vertrauen zu seiner Mannschaft auf? Colin antwortet so: „Indem man als Mensch authentisch und verlässlich ist.“ Die U11 der SG Quelle Fürth, Versuchsmannschaft beim Probetraining, durfte dies am eigenen Leibe erfahren. Die Spieler mussten sich paarweise mit verbundenen Augen an Hindernissen vorbeiführen. „Des is‘ n geiles Training“, entfuhr es dem 10-jährigen Adrian, der vergnügt am Boden saß und Hindernis spielen durfte. Aber auch die anderen U11-Spieler hatten, genauso wie die zahlreichen anwesenden Trainer, viel Freude an Colins Übungen. „Am Anfang hatte ich ein bisschen Angst, weil ich nichts sehen konnte. Aber dann habe ich meinem Kumpel vertraut“, sagt ein anderer 10-jähriger Fußballer. Vertrauen zwischen Spieler und Trainer, aber auch zwischen den Spielern, das ist Colin’s Erfolgskonzept. Wenngleich Colin ungern das Wort „Konzept“ verwendet. Für ihn ist es mehr ein äußerer Rahmen, den das „Werte integrierte Training“ bietet. Ein Rahmen, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt, mit all seinen Fähigkeiten, aber auch mit all seinen Schwächen. Denn der Mensch ist nach seiner Überzeugung nicht das, was er leistet, sondern das, was er ist. Und folgt damit der unter Christen gelebten Überzeugung, dass jeder Mensch, so wie Gott ihn geschaffen hat, einzigartig ist.
Organisiert wurde die Trainerschulung mit Colin Bell durch das christliche Fußballernetzwerk (CFN), das sich im Raum Nürnberg/Fürth mit einem Fußball-Kabarett, Fußball-Camps und Fußballer-Gottesdiensten einen Namen gemacht hat. Ade Gärtner steht hier als Ansprechpartner bereit. Mehr Informationen gibt es unter www.cfn-net.de.
Autor: Matthias Schulz

 

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